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Atemberaubende Schönheit und trostlose Caches

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St. Petersburg – Ein paar Tage Urlaub haben wir genutzt um einen lange gehegten Wunsch zu erfüllen und das Venedig des Nordens zu besuchen. Eine Stadt voller Gegensätze und turbulenter Geschichte. Unablässig brausen heute die Neureichen mit ihren Luxusautos auf dem Newski Prospekt auf und ab, so dass ein überqueren der Strasse zum lebensbedrohlichen Abenteuer wird. Geht man nur eine oder zwei Parallelstrassen weg von den glamourösen Ecken, dann muss man schon darauf achten, dass man nicht von herab fallendem Putz oder gar ganzen Teilen der Hausfassade erschlagen wird. In den zahllosen Palästen und Kirchen wird man von den Massen an Gold, Edelsteinen und wertvoller Kunst überwältigt. Gleichzeitig wird über die Hälfte der Touristen in der Metro einer nach dem anderen beklaut.
Wunderschöne geschichtsträchtige Gebäude stehen in unmittelbarer Nähe zu beängstigenden sozialistischen Plattenbauten. Kirchen sind vielfach nur noch in ihrer Fassade erhalten, da die Bolschewiki sie entweder gesprengt haben oder zu Fabriken umwandeln ließen. Hinter den Fassaden der ehemaligen Herrschaftshäusern leben die Menschen noch heute mit ganzen Familien in einzelnen Zimmern…9qm pro Nase gilt als Schnitt! Fährt man aus der Stadt heraus durchquert man einen endlosen Ring an Datschas. In der Regel sind das kleine Grundstücke mit einem bescheidenen Holzhaus darauf, indem man seine Freizeit “fern” der Großstadt verbringt. Wer Geld hat, hat seine Datscha inzwischen zu imposanten Steinpalästen mit Pool und Wächterhaus ausgebaut, während der Nachbar noch in einem Gartenhäuschen verweilt.
So ist es nicht verwunderlich, dass auch die Cacherszene in St. Petersburg sich noch im Aufbau befindet. Die handvoll Caches (bspw. GC1KQFJ) sind leider trostlos und überwiegend schlecht gewartet. Die Menschen dort treiben noch andere Sorgen.