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Lost Places in Hamburg – Von Kurt und dem Cachediplom

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Hamburg – Eher durch Zufall haben wir von den Lost Place Caches “Mitten inne Stadt Pathologie” (GC1CFGW) und “UNIVERSITY OF APPLIED GEOCACHING” (GC1DJNF) erfahren und die Hamburgreise dazu genutzt diese zu besuchen.
Zuerst machten wir uns auf die Suche in der alten Pathologie. Der Einstieg ist zwar nicht wirklich legal, aber man kann recht unauffällig zwischen dem Zaun und dem Tor hinein schlüpfen. Der Start gestaltete sich schwierig, denn anfangs weiß man zunächst noch nicht, wonach genau zu suchen ist. So fanden wir nach ein wenig Herumstöbern plötzlich Stage 3 in einem alten Sicherungskasten. Spätestens da stellten wir fest, dass jedes Detail wichtig ist. Die Suche nach Stages 1 und 2 blieb erfolglos, doch plötzlich erspähten wir eine recht verdächtige Stelle – und siehe da, wir entdeckten per Zufall der Vorfinal. Zum gruseligen Kurt ging’s dann in die engen Versorgungsschächte. Da Kurt nicht sorgfältig genug auf seinen Schatz aufgepasst hatte, ließen wir ihm eine Ersatzdose da. Danach machten wir uns auf, die verpassten Stages zu suchen. Schließlich gab es noch einen Bonus zu heben. Die weitere Schatzsuche erwies sich als sehr spannend. Man wird durch alle Etagen des alten Gebäudes geschickt, selbst bis ins Dachgebälk dringt man vor. Für die Verstecke muss man sich ein gewisses Gespür aneignen, denn teilweise handelt es sich wirklich um einfallsreiche Kleinteile.
Nach mehreren Stunden hatten wir alle Hinweise zusammen und machten uns auf den Weg zum Bonus. Alles in allem eine tolle und empfehlenwerte Lost-Place-Runde, insbesondere für regnerische Tage. Auch wenn man permanent das Gefühl hat, etwas Unerlaubtes zu tun – das Haus wird ständig von Fotografen und anderen Neugierigen besucht. Leider – oder gottseidank? – wird der gesamte Gebäudekomplex in Kürze renoviert. Also wird Kurt demnächst dauerhaft weichen müssen…
Die alte Pathologie hat uns Lust auf mehr gemacht. Bei einem Telefonat mit dem Owner wurde uns dann gleich sein neuer Cache in der alten Universität empfohlen. Also gleich Pläne geändert und am nächsten Tag losgezogen um uns in den neuen Kurs einzuschreiben.
Vor Ort angekommen konnten wir gleich mehrere Cacher-Fahrzeuge identifizieren. Wir sollten also auf unserer Suche nicht alleine sein – und wir sollten uns noch darüber freuen. Nachdem der unbequeme Einstieg gefunden und überwunden war, staunten wir nicht schlecht. Die Räume waren voll überbleibsel aus der aktiven Zeit und bislang mehr oder weniger von Vandalen verschont geblieben. Auch hier waren die einzelnen Stages durchwegs knackig. Sogar höhere Mathematik war gefragt, was uns mindestens ein halbes Semester kostete. Immer wieder stießen wir auf Kommilitonen, die uns den einen oder anderen Tipp für eine schwierige Klausur geben konnten. Vom Heizungskeller bis zum Dachgeschoss lernten wir jeden Professor, Assi und sonstigen wissenschaftlichen Mitarbeiter kennen. Wir studierten Klimageräte, Sicherungskästen, Telefonanlagen und Weltkarten. Wir holten uns einen Schock in der Dusche, einen asthmatischen Anfall im staubigen Erdkeller und viele graue Haare an diversen Prüfungen. Als wir schließlich im letzten Semester landeten, verließ uns trotz Fleiß und Ehrgeiz jegliches Glück sodass wir den Final nur unehrenhaft mit einem Telefonjoker aufspüren konnten.
Insgesamt tolle aber sehr anspruchsvolle Runde, die man am besten im Team angeht. Obwohl es die Sache ungemein erleichtern kann, sollte man bei Professor Wuckermann und Kollegen nicht in den Hauptstudienzeiten vorsprechen. Nach 4 1/2 Semestern konnten wir uns doch noch über einen erfolgreichen Abschluss freuen und dürfen ab sofort den Titel Master of Applied Geocaching MAG tiggermaus tragen.