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Auf den Spuren des Gutsknechts

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Wiesbaden – Wieder ein Fall für die SOKO Tiggermaus. Der Gutsknecht (GC1TK3P) wurde als vermisst gemeldet, man vermutet er sei tot. Früh Morgens treffen wir am Tatort ein und beginnen die Ermittlungen an dem abgeschiedenen Ort des letzten Zusammentreffens mit seiner Angebeteten. Über Feld und Flur folgen wir seinem Heimweg und finden hier und da Hinweise seines Vorbeiziehens. Durch die Hintertür hat er sich auf das Gelände geschlichen, nach seinem letzten Rendevous. Durch dichtes Gestrüpp folgen wir einem gut erkennbaren Trampelpfad, er scheint diese Route wohl häufiger genommen zu haben. Da das Herrenhaus schon abgeschlossen war, muß er durch ein Kellerfenster eingestiegen sein. Nach stenger Interrogation gibt die zuständige Magd für die Wäsche zu, daß sie das Fenster heimlich unverschlossen gelassen hatte – ihn selbst aber hat sie auch nicht mehr gesehen. Wir durchstöbern den Keller und stellen fest, daß er wohl noch eine mitternachtliche Stärkung zu sich genommen hat. Auf einer leeren Bierflasche finden wir seine Fingerabdrücke, an anderer Stelle finden wir nur noch den Zipfel einer Wurst. Gestärkt hat er sich wohl an seine versäumten Arbeiten gemacht: Die Wasserleitung ist frisch abgedichtet, der Kamin sauber gefegt, der Abfluss in der Küche funktioniert wieder und das Wespennest unter dem Dach ist entfernt. Sofort fällt uns auf, daß die Bügelsäge nicht an ihrem Platz hängt. Kalt läuft es uns den Rücken runter, sollte das die Tatwaffe sein?
Wir suchen sein Zimmer im Gesindehaus auf, dort aber fehlt jede Spur von ihm. Das Bett ist unangetastet, die Jacke hängt nicht am vorgesehenen Haken. Wir sehen uns ein bisschen genauer um. Offenbar wollte er wohl die Tiere füttern, hat aber vergessen, den Schieber zu schließen. Ein großer Teil des Hafers hat sich in die unteren Räumlichkeiten ergossen. Die Tiere sind unruhig, aber vollzählig. Wir gehen über den Hof Richtung Pavillon.
Schon beim Öffnen der Tür bemerken das Durcheinander. Matratzen liegen auf dem Boden, Federn quellen aus den aufgeschlitzten Bettdecken. Bücher sind aus den Regalen gerissen, Broschüren und Kataloge liegen auf dem Boden herum. Inspektor Tigger hebt gerade die letzte Ausgabe des “Christlichen Erzählers” auf, da ruft jemand aus dem Haupthaus. Der Tresor ist aufgebrochen und geleert. Offenbar wollte sich der Gutsknecht eine neue Existenz aufbauen und hat sich mit dem Barvermögen des Gutsbesitzers aus dem Staub gemacht.
Im Zuge einer Suche im größeren Umkreis des Gutshofes finden wir ein hastig eingerichtets Versteck. Viel ist dort nicht mehr zu finden, lediglich 2 Coins und ein Registraturbuch zeugen von dem Diebstahl.
Der Gutsbesitzer zeigt sich betroffen. Bislang leistete der Gutsknecht sehr gute Dienste. Wie lange wird es wohl dauern, bis sich ohne seine tatkräftige Hilfe erste Spuren des Verfalls zeigen?