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Der letzte Auftrag – Mettenheimer Siebdruckmaschinen

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Frankfurt – Mit leichter Verspätung traten wir unsere mögliche neue Arbeitsstelle an. Als Haustechniker hatten wir uns bei den Mettenheimer Maschinenwerken (GC27MGQ) beworben und waren zum Probearbeiten eingeladen worden. Gleich zu Beginn gaben wir kein gutes Bild ab. Statt wie normale Menschen das Tor zu nutzen, kletterten wir über den Zaun und stolperten durch dichtes Unterholz zu einem Seiteneingang. Im Gebäude irrten wir zunächst ziellos umher, irgendwie hat niemand mit uns gerechnet und keiner war da um uns zu begrüssen. Glücklicherweise wurden wir irgendwann angesprochen und der Arbeitstag konnte beginnen. Der schwache Start ließ glücklicherweise viel Raum für eine Leistungssteigerung im weiteren Verlauf des Tages zu. Nachdem wir eingestempelt hatten, eingekleidet waren und einen ersten Rundgang über das Betriebsgelände absolviert hatten ging es zum ersten und leider auch letzten Auftrag. Ist man der “Neue”, dann muss man sich natürlich erst einmal die Sporen verdienen und die sonst unangenehmen Hilfsarbeiten erledigen.
“Hol mal Werkzeug”, “Hol mal Material”, “Mach mal die Post”, “Such mal die Konstruktionszeichnung” und “Mach mal das da wieder ganz”. So verstrichen die Stunden, während wir immer sehnlicher auf den Auftrag “Hol mal Bier” warteten, der aber kam leider nie. Irgendwann kurz vor Schichtwechsel dann kam der erlösende Auftrag “Bring das mal nach vorne zum Kunden und dann kannst du gehen!”. Wir taten wie befohlen und begaben uns anschließend in die Umkleide. Dort fassten wir den Entschluss, unseren vielleicht fragwürdigen ersten Eindruck zu verbessern indem wir einfach noch eine weitere Schicht mitarbeiten würden. Jetzt aber mal richtig! Im ganzen Betrieb reparierten wir Klimaanlagen, besserten Dächer aus, reinigten Schornsteine und machten Maschinen wieder gängig. Irgendwann mussten wir eine Zwangspause einlegen, weil sich vor dem Werksgelände eine Demonstation ausgeschlossener Arbeiter versammelt hatten, die uns lautstark zur Arbeitsniederlegung aufforderten. Wir zogen uns für eine Weile in die Umkleide zurück, aßen unser Pausenbrot, tranken etwas Tee und lasen eine Weile in einer Bildzeitung von vor 15 Jahren.
Als sich die Demonstration schliesslich aufgelöst hatte, ging es an die letzte Reparatur. Hier hatte sich etwas schwer in den Rollen verklemmt. Mit schwerem Werkzeug und vereinten Kräften konnten wir den Fremdkörper entfernen und konnten so noch einmal zeigen was wir draufhatten. Völlig erledigt aber zufrieden traten wir nach zwei anstrengenden Schichten den wohl verdienten Freierabend an.
Insgesamt waren das zwei tolle Caches mit guten Verstecken, schönen Rätseln und ausgewogenen körperlichen Herausforderungen. Das eine oder andere Versteck erinnerte uns an Handschriften bekannter Berliner Cacher. Schön, dass dieses Handwerk nun auch nach Hessen kommt. Wir freuen uns schon auf die nächsten Caches dieser Truppe!