«

»

Da stand uns das Wasser fast bis zum Hals

Number of Views :1333

Wismar – Schon über ein Jahr hatten wir den Cache “Betonschiff Redentin” (GC15D8C) beobachtet und uns immer wieder vorgenommen den Cache anzugehen. Endlich war es soweit! Da uns als Landratten die notwendige Ausstattung für Wasserabenteuer fehlte hatten wir einen Hilferuf an entsprechend erfahrene und ausgestattete Seebären abgesetzt. Sehr zu unserem Erstauen meldete sich daraufhin ein Binnenkapitän vom Bodensee (enigmatica), der das Küstenpatent im Urlaub absolvieren wollte. Naja dachten wir, Hauptsache das Boot schwimmt und verabredeten uns mit ihm am Startpunkt Samstag früh. War die Anfahrt am Freitag abend noch trocken, so regnete es in Strömen am Samstag morgen. Etwas enttäuscht und mit gemischten Gefühlen fuhren wir zum Treffpunkt.
Dort trafen wir auf den Rest des Expeditionskorps und nahmen gemeinsam die Lage in Augenschein. Irgenwie passte das was wir sahen nicht zu den Bildern, die wir als Vorbereitung angesehen hatten. Von begehbarem Schlick oder gar trockenen Sandbänken war nichts zu sehen, bis zum Horizont nur Wasser…mit Wellen…und mit Schaumkronen. Irgendwo in der Ferne dann auch das Betonschiff. Uns verließ der Mut, obwohl das Wetter Anstalten machte sich zu bessern. Keiner kannte die wahre Tiefe der Fluten, nur eins war sicher, die im Vorfeld aufgeschnappte Aussage das Wasser wäre maximal “knietief” war für Menschen mit normalem Wachstum eindeutig falsch.
Bei knapp über 10 Grad war die Aussicht zu schwimmen nicht sonderlich verlockend und mit dem Paddelboot gegen anlandigen Wind der Stärke 4-5 anzukämpfen ziemlich aussichtslos. Wir beschlossen die Südroute zu inspizieren. Die Distanz durch das Wasser zum Boot schien kürzer und es gab keine Fahrrinne. Also setzten wir die Fahrzeuge um, pumpten das Boot auf und machten uns wasserfest. Über abgemähte Felder stapften wir zur Küste, um dort festzustellen, dass ein unerschrockenes anderes Team bereits auf dem Boot zu Gange war. Jetzt gab es kein zurück mehr, insbesondere weil inzwischen sogar die Sonne rausgekommen war.
Also rein in das nasse Vergnügen und mit stetem Schritt über die Sandbank bis zur steilen Bordwand. Dort genossen wir die Vorzüge der Spätanreise. Die Kletterhilfe war gesetzt und der Cache gehoben.
Natürlich gebot es die Höflichkeit, dass wir den Cache schließlich an sein Versteck zurück brachten. Noch eine Weile genossen wir das tolle Panorama, untersuchten alle Ecken und Kanten des Schiffes und bestaunten die Quallen im Lagerraum. Als dunkle Wolken anrollten gingen wir von Bord und machten uns zufrieden auf den Rückweg. Gut dass es hier keine Sandhaie gibt, oder gibt es die da doch???
Zurück beim Auto wurde das Wasser aus den Stiefeln geschüttet, wurde die Hose ausgewrungen und der Seetang aus den Zähnen entfernt. Mit einem Zähler mehr verabschiedeten wir uns von unserer treuen Begleitung und enterten das nächste goldene M. Endlich haben wir das Betonschiff!