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Die Verjährung eines Millionenerbes

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Kassel – Die Verlockung auf ein Millionenerbe (GC2DGXB) rief uns auf den Plan. Angeblich war ein größerer Geldbetrag in den Wirren der sich auflösenden DDR verschollen und in Kassel versteckt worden. Die Gerüchte hatten sich über Jahre gehalten, niemand aber konnte handfeste Beweise oder konkrete Informationen zu dieser sensationellen Panne produzieren. Die Geschichte war schon fast in Vergessenheit geraten, als der Erbe eines unscheinbaren Koffers die darin enthaltenen Informationen nutzte um eine Jagt auszulösen, dessen Ausmaß er sicherlich nicht vorhergesehen hatte.
Alles begann auf dem Autohof Lohfelder Rüssel. Gerade hatten wir uns mit alten Weggefährten aus der gemeinsamen Stasizeit in der Spielhalle getroffen, um den guten alten Zeiten nachzutrauern, da erreichte uns der Einsatzbefehl per Radionspruch. “45615″ damit waren eindeutig wir gemeint, uns allen stockte der Atem. Folgsam wie wir erzogen worden waren machten wir uns auf, in der alten Stammkneipe und der konspirativen Wohnung darüber weitere bereitgestellte Informationen zu unserer Mission einzusammeln. Das Haus ist inzwischen etwas in die Jahre gekommen, der Gemütlichkeit aber hat das keinen Abbruch getan.
Nach Jahren der “Ruhe” waren wir etwas aus der Übung und so brauchten wir länger, bis wir den Auftrag vollständig und richtig verstanden hatten. Dann aber waren wir bereit die Verfolgung des Geldes aufzunehmen. Wir kontaktierten alte Informanten und trafen uns mit diesen an belebten Plätzen, in öffentlichen Einrichtungen und dunklen Straßenecken. Selbst unseren alten Führungsoffizier Onkel Hermann mussten wir reaktivieren. Ihm galt es geschickt und ohne dass er es merkte Zusatzinformationen aus längst vergangenen Geheimdossiers zu entlocken. Seine Schwerhörigkeit und seine fortgeschrittene Demenz machte die Kommunikation nicht gerade einfach, irgendwann aber hatten wir das was wir brauchten.
Was dann kam hätte ein Originalausschnitt aus dem Film “Der dritte Mann” sein können. Verstohlen huschten wir über tote Gleise, durchschritten dunkle Tunnels und lauschten angespannt in die Stille, ob es Anzeichen von Verfolgern gab. In echter Agentenmanier musste eine Nagelfeile das fehlende Multitool ersetzen, nichts konnte uns aufhalten. Oder doch?
Lichtzeichen verwirrten uns. Ob wegen der Kälte oder der Anspannung, irgendwie kamen wir nicht aus das Naheliegendste. Glücklicherweise erhielten wir gerade in dem Augenblick einen Anruf eines ebenfalls pensionierten IMs und während wir so miteinander so sprachen wurde uns schlagartig klar wo das Geld liegen musste. Mit schnellen Schritten ging es dem Versteck entgegen. Der Zugang ist gut getarnt, erst wenn man davor steht wird einem klar, dass man richtig ist.
Es folgte eine riesen Enttäuschung. Statt der ersehnten Millionen fanden wir nur als Geldscheine bedruckte Taschentücher, einzelne wertlose Coins und freche Aufzeichnungen jener Plünderer die die Millionen entwendet haben. Immerhin haben wir nun deren Namen….Sozialistische Grüße des noch gut vernetzten IMs Strawinski!
In Summe konnten wir diesen Cache an zwei Tagen lösen. Alle Stationen sind aufwendig gemacht und eine echte Herausforderung. Wenn Teil II kommt, dann sind wir wieder dabei!