«

»

Stalking beim Geocaching – Auf den Spuren des Bulli

Number of Views :1533

Hannover – Schon vor langer Zeit war mir ein besonderer Cache aufgefallen: GCKTK0 Fast Forward. Gesucht werden muss ein VW Bulli, der aber am alltäglichen Strassenverkehr teilnimmt und erhebliche Kilometer zurücklegt. Wie also wissen, wo sich genau der Cache befindet?! Glücklicherweise kann man die genaue Postition des Fahrzeugs “live” im Internet verfolgen. So habe ich mir eine Weile das Bewegungsprofil des Fahrzeugs angesehen und konnte damit die Arbeitsstätte und die Homezone identifizieren. Auch hatte ich irgendwann das Gefühl wann der Kollege sich auf den Heimweg begibt. Mit diesem Wissen beschloss ich eines Abends auf einer Geschäftsreise in Hannover den Bulli zur Strecke zu bringen.
Nach Feierabend also ab ins Auto und mit dem PDA ins Internet. Nach kurzer Suche war der Wagen gefunden – der Plan ging auf, er war auf der A2 auf dem Weg nach Hause. Ich startete die Hetzjagd etwas südlicher in Groß-Buchholz, also rauf auf den Messe-Schnellweg und Richtung Innenstadt. Ich fahre westlich auf der Hans-Böckler Allee, er biegt inzwischen auf die Vahrenwalder Strasse südwerts ab. Ich will vor ihm im in seinem Kiez sein und beeile mich: Marienstrasse, Friedrichswall, Leibnizufer. Es wird eng, er kommt schneller als ich voran: Arndtstrasse, Schlosswender Strasse, Königsworther Strasse. Goethestrasse, Braunstrasse – gerade noch rechtzeitig biege ich vor ihm auf die Füssestrasse.
Auf der Spinnereistrasse muss ihn was aufgehalten haben. Ich biege auf den Kätnerholzweg ein, positioniere mich und warte….und warte….und warte. Der Bulli bleibt auf der Ecke Spinnereistrasse und Elisenstrasse stehen, nichts bewegt sich über eine viertel Stunde lang. Ich werde unruhig und fahre nachsehen. Eine riesen Kreuzung – aha, da ist ein ReWe! Sicher ist er noch einkaufen. Ich fahre das Parkdeck ab und kann nichts erkennen. Dann plötzlich wieder Bewegung beim Bulli, auf der Füssestrasse ist er schon kurz vor zu Hause. Jetzt hat er mich abgehängt und ich stecke zwischen Einkaufswagen und mit Vollgas rangierenden Rentnern fest. Endlich wieder frei mache ich mich auf die Verfolgung: Füssestrasse, Kätnerholzweg, Weckenstrasse, Sudersenstrasse, Bethlehenstrasse. Dort endlich finde ich den bereits verlassenen Bulli wohlbehalten in einer Parkbucht. Gerne hätte ich den Owner begrüßt, der aber brät sich sicher schon sein Schnitzel und hat von dem Stalker nichts mitbekommen. Mit einem Punkt mehr fahre ich zurück ins Hotel – Spaß hat es gemacht.