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Im Sturmtief “Emma” die Maus gehisst

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Giessen – Schon seit längerem ragte der Eisberg (GC18RP7) wie eine unbeugsame Insel mitten in unserem cachefreien Sektor heraus und störte das Bild. Immer wieder hatte ich mich bemüht meinen klettererfahrenen Arbeitskollegen dazu zu bewegen nach Feierabend mit mir den Bunker zu besteigen. Mal ging es seinem Hund schlecht, mal war es zu naß und ein anderes Mal war es schon zu dunkel. Alles nur Ausreden!
Am Wochenende dann gab es kein Halten. Ein kurzes überrumpelndes Telefonat und schon war der Bann gebrochen, 15 Minuten später sollten wir uns am Bunker treffen. Als wir dort eintrafen hatte mein Kollege schon den Bunker inspiziert, vermessen und die “beste” Route für den Aufstieg ausgemacht. Leider stand er vor dem bunten Bunker ohne Steig- und Sicherungshilfen, einige Meter vor dem eigentlichen Objekt der Begierde. Als ich ihn auf den kleinen Unterschied hinwies, konnte ich mir erst mal anhören warum ich für den Spaziergang überhaupt Unterstützung bräuchte. Da könnte ja jeder Depp mit Moonboots, Fäustlingen und Gicht rauf. Das wäre noch nichteinmal eine “3″ und es läge unter seiner Würde das Seil für weniger als eine “9″ rauszuholen. BlaBlaBla…Bergsteiger und Angler haben viel gemeinsam.
Irgendwann hatte er sich beruhigt und wir konnten uns den wichtigen Dingen widmen: Gurt, Friends, Abseilacht, Achterknoten, GriGri, Egypter etc. Schnell hatten wir das kleine ABC des Klettern absolviert und nachdem er die Strecke präpariert hatte konnten wir loslegen. Erst jetzt bemerkten wir den um uns noch ausklingenden Sturm “Emma”. Maus, die auserkoren war den Cache zu bergen, hatte alle Mühe sich bei schweren Böhen am Turm festzuhalten. Gut gesichert flatterte sie nur selten im Wind.
Ich selbst mußte schließlich den Cache wieder an sein Versteck bringen. Was von unten so einfach aussah und zunächst noch mit allerlei Kommentaren bedacht worden war erwies sich dann auf einmal als nicht mehr ganz so entspannend. Immer wieder fehlte mir das dritte Bein oder der dritte Arm.
Erst als ich wieder festen Boden unter den Füssen hatte verspürte ich eine echte Erleichterung. Lange währte die aber nicht, denn die viel zu kleinen Kletterschuhe meines Kollegen schnürten jegliches Blut in den Füssen ab. Und so ging ein weiteres kleines Abenteuer ohne Blessuren zu Ende. Schon warten die nächsten Herausforderungen: Sternschnuppe und Needle Tree!