«

»

32km und hunderte von Höhenmetern – Wandern auf dem Grat

Number of Views :2545

Passau – Schon lange war diese Serie auf unserer Liste des nächsten Herausforderungen. Jetzt mit dem Feier- und Fenstertag wollten wir es wissen und haben uns an den 12-Tausender (GCQ9K0) rangetraut. Strategisch günstig quartierten wir uns in die Berghütte auf Schareben ein. Diese sehr einfache und rustikale Wanderhütte liegt auf ca. 1000m in der Nähe des Höhenwanderwegs nach ca. 2/3 des Weges. Die Anfahrt zur Hütte sollte man unbedingt über Oberried vornehmen, wir haben bei stockfinsterer Nacht die Anfahrt über Bodenmais probiert und sind so über 6km durch den Wald auf unbefestigten Waldwegen geirrt. Endlich angekommen entfachte sich allerdings sofort Hüttenromantik pur: Zimmer mit 4 und mehr Stockbetten (wir hatten ein eigenes Zimmer), gemeinsame Sanitäranlagen (sehr sauber), ab 20:00 Uhr geht der Dieselgenerator aus und damit auch das Licht (nicht ganz..:-)). Für 18 Euro pro Person und Nacht inkl. Frühstück! Andrea, die Pächterin ist super nett und kümmerte sich vorbildlich um unser Wohlbefinden.
Früh morgens fuhren wir also mit unserem Auto zum Startpunkt der Tour und fingen die Wanderung ganz unbekümmert an. Wie zu erwarten ging es zunächst eine ganze Weile nach oben, bis wir den ersten Cache in der Höhle fanden. Einmal die Höhe gewonnen ging es nur noch wenig hoch und runter, bis zum Eck. Hier stiegen wir dann abrupt von 1200m auf 800m über eine steile Schipiste ab. Kaum unten angekommen ging es auf der anderen Seite wieder auf 1200m hoch. Lustigerweise hatten wir kurz vor dem Eck noch Cacher aus Frankfurt getroffen, die aber nur Auszüge aus der Serie machen wollten.
Wieder oben konnten wir bis zum Cache Nummer 9 wandern. Die Auf- und Abstiege allerdings zwischen den einzelnen Gipfeln wurden jetzt schon anspruchsvoller. Hier und da mußte man schon mal über den blanken Felsen klettern und ggf. die Hände zu Hilfe nehmen. Die 2-3 Regenschauer, die am Nachmittag die Sonne kurz verdrängten, blieben meist nicht lange und waren “harmlos”. Nach ca. 19km kehrten wir erfolgreich und völlig fertig wieder bei der Berghütte ein. Nach einer kurzen Erfrischung und Verschnaufpause erklärte sich Andrea dankenswerter Weise bereit uns wieder zum Auto zu fahren. Um 21:00 Uhr lagen wir im Bett und freuten uns auf den nächsten Tag.
Nach dem Frühstück ging es am zweiten Tag direkt von der Hütte weg. Zunächst mußte wieder Höhe gewonnen werden und keine 30 Minuten später hatten wir schon den nächsten Cache in den Händen. Der zweite Abschnitt der Tour führte wieder über mehrere Berggipfel, diesmal aber waren diese fast alle mit Schnee bedeckt. Das Gehen im Schnee war schwer, da man immer wieder bis zum Knie oder gar bis zur Hüfte einbrach. Dazu kam, daß grosse Strecken von den Stürmen der letzten Jahre schwer in Mitleidenschaft gezogen worden waren. Entweder hatten die Waldmaschinen den Boden schwer durchwühlt oder man mußte über umgefallene Bäume steigen. Beides ging auf die Geschwindigkeit und die Kondition. Irgendwann überschritten wir dann auch den letzten Berg der Serie, den Arber mit 1450m. Dort gab es noch so viel Schnee, daß es sogar noch ganz vereinzelte Skifahrer gab!
Jetzt ging es nur noch bergab, bergab und bergab. Der Bonus liegt an einem wunderschönen Ort und war schnell und einfach zu finden. Das Versteck ist tatsächlich mal was anderes….
Für knapp 30 Euros brachte uns ein Taxi wieder zur Hütte, wo wir schließlich die Sachen packten und den Heimweg antraten. Während wir das hier schreiben zittern uns noch die Knie und versuchen wir mit verschiedenen Flüssigkeiten den Wasserverlust der letzten 36 Stunden zu kompensieren. Diese Serie war wirklich spitze!